Canon nennt ein 103mm f/1.8 in einem Patent und macht die Lücke zwischen 85mm und 135mm im RF-System sichtbar
Canon hat ein japanisches Patent, das am 25. August 2026 veröffentlicht wurde und ein optisches Beispiel mit 103mm f/1.84 enthält. Es bestätigt kein RF-Objektiv, macht aber eine echte Lücke sichtbar: ein lichtstarkes kurzes Tele zwischen 85mm und 135mm.
Das Patent beschreibt eine optische Möglichkeit
Das Dokument P2026-135909A beschreibt ein optisches System und ein Bildaufnahmegerät. Unter mehreren Beispielen rund um 75mm, 85mm und 100mm nennt Beispiel 15 eine Brennweite von 103.00mm und eine Blende F1.84.
Dieser Wert lässt sich als etwas lesen, das einem kommerziellen 105mm f/1.8 nahekommt. Aber genau dort sollte diese Lesart enden. Ein Patent ist keine Roadmap. Es nennt keinen Preis, kein Datum, kein Gewicht, keine Stabilisierung, keinen Produktnamen und keinen angegebenen Anschluss.
Das Auflagemaß von 12.10mm weist auf eine spiegellose Architektur hin. Deshalb ist der Blick Richtung RF naheliegend, reicht aber nicht aus, um zu schreiben, dass ein RF 103mm f/1.8 unterwegs ist.
Der Raum zwischen 85mm und 135mm bleibt offen
Der interessante Teil ist nicht, den Kalender zu erraten. Es geht darum, welches Werkzeug heute fehlt. Canon deckt das klassische Porträt bereits mit dem RF 85mm F1.4L VCM ab. Dazu kommen das RF 100mm F2.8L Macro IS USM, das stark für Details und Nahaufnahmen ist, und das RF 135mm F1.8L IS USM, das mehr Kompression und Trennung bietet.
Diese drei Objektive erfüllen aber nicht dieselbe Aufgabe. Ein 100mm oder 105mm f/1.8 wäre etwas anderes: enger als ein 85mm, weniger distanziert als ein 135mm und lichtstärker als das 100mm-Makro. Bei Porträts, Bühne, Hochzeiten oder Indoor-Events kann dieser Unterschied schon im Bildausschnitt spürbar werden, bevor er im Datenblatt auffällt.
| Nahe RF-Option | Was sie löst | Was offen bleibt |
|---|---|---|
| RF 85mm F1.4L VCM | Klassisches Porträt, wenig Licht und hybrider Einsatz. | Es liefert nicht die Kompression eines längeren kurzen Teles. |
| RF 100mm F2.8L Macro IS USM | Makro, Details und stabilisierte Porträts. | Seine Blende f/2.8 zielt nicht auf dieselbe Freistellung. |
| RF 135mm F1.8L IS USM | Komprimierte Porträts und starke Trennung. | Es kann in kleinen Räumen zu viel Abstand verlangen. |
Patente schützen Ideen. Manchmal werden daraus Produkte. Sehr oft nicht. In diesem Fall liegt der Wert darin, dass Canon eine optische Rechnung registriert hat, die zu einem realen Bedarf im RF-System passt.
Falls eines Tages ein 100mm oder 105mm f/1.8 erscheint, müsste es nicht direkt mit dem Makro konkurrieren oder das 135mm ersetzen. Es könnte einen praktischeren Platz einnehmen: ein lichtstarkes kurzes Tele für Fotografen, die mehr Präsenz als mit 85mm wollen, aber nicht so weit vom Motiv entfernt stehen möchten.
Das ist die nüchterne Lesart. Es gibt kein angekündigtes Objektiv. Es gibt einen technischen Hinweis, der hilft, darüber nachzudenken, wohin RF wachsen könnte, wenn Canon eine seiner sichtbarsten Lücken schließen will.
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