Polaroid Mod bringt Kreativmodi auf Objektiv-Einstellrad ohne Smartphone-App
Polaroid hat die Sofortbildkamera Mod zum offiziellen Preis von 169,99 US-Dollar vorgestellt. Das Modell bündelt vier Kreativmodi auf einem mechanischen Einstellrad um das Objektiv und verzichtet komplett auf Smartphone-Apps. Dieser Schritt befreit Fotografen beim Fotografieren vom Telefon, verlagert die Lernkurve jedoch unmittelbar auf die chemische Filmkassette, bei der jede Aufnahme rund 2,37 Dollar kostet.
Das mechanische Wählrad an der Gehäusefront bietet Doppelbelichtung, Lichtmalerei, Bewegungseinfrieren und geteilte Aufnahmen. Für die Split-Shot-Funktion liegt der Verkaufsverpackung eine physische Maskenblende bei. Das Zubehör deckt eine Objektivhälfte ab, um zwei nacheinander belichtete Motive auf einem quadratischen Bild zusammenzuführen.
Mechanische Steuerung und Einschränkungen des Suchers
Im Gegensatz zu Modellen wie der Now+ oder der Flip arbeitet die Polaroid Mod völlig autonom. Sie besitzt keine Bluetooth-Verbindung und verzichtet auf Bildschirmmenüs. Ihr Autofokussystem mit zwei Zonen nutzt zwei interne Linsen. Die Mechanik schaltet automatisch zwischen dem Nahbereich von 0,4 bis 1,3 Metern und der Distanzzone von einem Meter bis unendlich um.
Die rein mechanische Bauweise fordert in der Praxis jedoch Zugeständnisse. Der separate optische Sucher leidet im Nahbereich unter spürbarem Parallaxenfehler. Dieser Versatz erschwert das exakte Ausrichten geteilter Aufnahmen spürbar. Zudem schaltet sich der integrierte Blitz nach jeder Auslösung automatisch wieder ein. Das führt dazu, dass der Blitz auch bei der zweiten Belichtung einer Doppelbelichtung erneut zündet. Wegen der festen Blendenöffnung von f/11 aktiviert der Belichtungsmesser den Blitz fast immer, sofern kein praller Sonnenschein herrscht.
Kosten pro Aufnahme im Marktvergleich
Das Kameragehäuse wiegt ohne Film 520 Gramm und schluckt batterielose i-Type-Filme sowie klassische 600er-Kassetten. Jede Packung liefert acht Sofortbilder und kostet im Polaroid-Shop 18,99 Dollar. Dieser Betrag verlangt eine überlegte Motivauswahl vor jedem Dreh am Wählrad.
| Modell | Jahr | Fokus | Kreativsteuerung | Preis |
| Polaroid Now Gen 3 | 2025 | Zwei-Zonen-Autofokus | Vollautomatisch | $119,99 |
| Polaroid Now+ Gen 3 | 2025 | Zwei-Zonen-Autofokus | Modi über Smartphone-App | $139,99 |
| Polaroid Mod | 2026 | Zwei-Zonen-Autofokus | Vier Modi auf Einstellrad | $169,99 |
| Polaroid I-2 | 2023 | Kontinuierlicher LiDAR-AF | Vollmanuell am Gehäuse | $599,99 |

Verglichen mit Sofortbildsystemen wie der Instax-Reihe von Fujifilm bietet das quadratische Polaroid-Format eine wesentlich größere Bildfläche, schlägt aber mit deutlich höheren Kosten pro Bild zu Buche. Die Polaroid Mod belohnt haptische Bedienung und analoge Spontaneität, verlangt jedoch das Einpreisen von Fehlversuchen beim Einstieg.
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