FUJIFILM bei ARCOmadrid 2026: Wenn Fototechnik zur Kunst wird
Eine Präsenz, die nicht mehr überrascht (und das ist der Punkt)
Ein Fotounternehmen auf Spaniens wichtigster Messe für zeitgenössische Kunst zu sehen, ist nicht mehr ungewöhnlich. Aber wenn man mit einem strukturierten Vorschlag aufwartet – Hauptredner, eine Fotobuchveröffentlichung und großformatige Technologie, die als kreatives Werkzeug und nicht als Einzelhandelsprodukt präsentiert wird – sagt etwas anderes über FUJIFILM und seine Beziehung zur heutigen Fotoszene aus.
Die 45. Ausgabe von ARCOmadrid fand vom 4. bis 8. März 2026 auf der IFEMA Madrid statt. Die Messe brachte 211 Galerien aus 30 Ländern, rund 1.300 Künstler und rund 95.000 Besucher zusammen und generierte eine geschätzte wirtschaftliche Auswirkung von 195 Millionen Euro für die Stadt. Die Ausgabe war rund um das Thema ARCO2045organisiert und zog eine Reflexionslinie zwischen der 45-jährigen Geschichte der Messe und der Zukunft der zeitgenössischen Kunst.
In diesem Kontext behielt FUJIFILM eine doppelte und klar definierte Präsenz bei.
Technologiestand: Werkzeuge im Dienst der künstlerischen Bildgestaltung
Im Pavillon 7 (Stand 7B38) präsentierte FUJIFILM eine Reihe von Lösungen, die sowohl auf die Erstellung als auch auf die langfristige Aufbewahrung visueller Archive ausgerichtet sind. Zu den wichtigsten Ausstellungsstücken gehörten der FUJIFILM FP-ZUH6000 Projektor, das GFX Großformatkamerasystem und LTO Datenspeicherkassetten – eine Langzeitarchivierungstechnologie, die eher mit institutionellen Archiven und Museen als mit Fotomessen in Verbindung gebracht wird.
Die Produktauswahl war bewusst. FUJIFILM hat sich entschieden, sich nicht als Verbrauchermarke zu präsentieren, sondern als Technologiepartner für professionelle Fotografen, Galerien und Kulturinstitutionen, die Bilder mit archivierter Integrität erstellen, teilen und – kritisch – bewahren müssen.
Eduardo López, Direktor für Bild- und Aufnahmemedien bei FUJIFILM Spanien, brachte es klar auf den Punkt: Bei ARCOmadrid zu sein, ist angesichts seiner Beziehung zum Kunst- und Fotografie-Ökosystem ein natürlicher Schritt für das Unternehmen.

ArtsLibris: Das Fotobuch als kulturelle Achse
FUJIFILMs zweite Ebene des Engagements erfolgte über ArtsLibris, die internationale Messe für Künstlerbücher, Fotobücher und Self-Publishing, die seit mehreren Jahren in das Programm von ARCOmadrid integriert ist. FUJIFILM ist seit 2025 ein besonderer Kooperationspartner von ArtsLibris – eine Partnerschaft, die das Engagement der Marke für das Fotobuch als künstlerisches Ausdrucksformat mit eigenem kritischen Gewicht stärkt.
ArtsLibris brachte in dieser Ausgabe mehr als 90 Verlage, Buchhandlungen und Kulturschaffende aus 20 Ländern zusammen. Sein Universum reicht von großen Institutionen wie der Fundació Joan Miró und dem MACBA bis hin zu unabhängigen Verlagen und selbstverlegenden Künstlern. Die Präsenz von FUJIFILM als kooperierende Marke innerhalb dieses Ökosystems vermittelt eine klare Botschaft: Das Unternehmen möchte Teil des Gesprächs sein, nicht nur die Ausrüstung.
Die Forum-Sitzung und TERRA FERMA: Der künstlerischste Moment
Am Samstag, dem 7. März, fand im ARCO-Forum (Pavillon 9) die Sitzung „FUJIFILM im kulturellen Umfeld“statt, die gemeinsam mit ArtsLibris und der Galerie RocíoSantaCruz organisiert wurde. Zu den Rednern gehörten Eduardo López, José Márquez – Senior Product & Project Manager, Professional Imaging bei Fujifilm Spanien – und der Fotograf Toni Amengual.
Amengual stellte sein Fotobuch TERRA FERMAvor, das vollständig mit dem GFX-Großformatsystem von FUJIFILM aufgenommen wurde. Das Projekt befasst sich mit einem Paradoxon, das jedem bekannt ist, der schon einmal auf Mallorca war oder übermäßig touristische Reiseziele besucht hat: Der Massentourismus zerstört genau die Landschaft, die er erleben möchte. Die Bilder erforschen die Spannung zwischen einer idyllischen Umgebung und ihrem stetigen Verfall und stellen die Figur des Besuchers in Frage, der bei seiner Ankunft dazu beiträgt, das zu untergraben, was er bewundern wollte.
Toni Amengual ist kein aufstrebender Name. Seine Arbeiten befinden sich unter anderem in den ständigen Sammlungen des MoMA in New York, der Tate Modernund des Victoria & Albert Museum in London. Er erhielt Auszeichnungen von PhotoEspaña, ArtsLibris und den Mallorca-Preis für zeitgenössische Fotografie und ist derzeit Leiter der Fotografieabteilung an der LABASAD Barcelona School of Art & Design. Sein Engagement in diesem Zusammenhang war bedeutsam – er ist eine der führenden Persönlichkeiten der spanischen Fotobuchszene.
Warum diese Art von Präsenz wichtig ist
Die Fotografie hat jahrzehntelang über ihren Platz unter den bildenden Künsten debattiert. Der Kunstmarkt akzeptiert es, Museen sammeln es, aber die Kluft zwischen der Ausrüstungsindustrie und der kreativen Welt bleibt in vielen Zusammenhängen sichtbar.
Was FUJIFILM auf der ARCOmadrid 2026 gemacht hat, ist gerade deshalb interessant, weil es seine Teilnahme nicht auf einen Kamera-Showroom reduziert hat. Es verband Technologie mit dem Fotobuch, mit der Archivpraxis, mit einem Künstler von echtem Ansehen und mit einer Erzählung über die Bewahrung des visuellen Gedächtnisses. Das ist schwieriger umzusetzen – und wertvoller – als einfach nur für die Stellfläche zu bezahlen.
Für diejenigen von uns, die in der Fotografie- und Videobranche arbeiten, ist diese Art der Markenpositionierung ein Richtungssignal. Technologie ist nicht neutral: Ein Hersteller, der sich dafür entscheidet, auf der ArtsLibris statt nur auf Elektronikmessen präsent zu sein, sagt etwas über die Art der Verwendung aus, die er sich für seine Werkzeuge vorstellt.
Quellen: Imaging Magazine FUJIFILM Spanien · IFEMA ARCOmadrid · Exibart.es · ArtsLibris · toniamengual.com · RocíoSantaCruz Galerie
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